Carnitinmangel

Was ist Levocarnitin?
Levocarnitin, auch als L-Carnitin oder einfach nur Carnitin bekannt, ist eine natürliche Substanz, die im menschlichen Körper eine essentielle Funktion im Zellstoffwechsel ausübt. Als Transportmolekül für Fettsäuren kann Levocarnitin bildlich mit einem Kellner verglichen werden, der „Nahrung“ in die Zellen hineinbringt und „Abfälle“ heraus trägt. Levocarnitin kommt konzentriert vor allem in Herz und Muskulatur, in geringerer Konzentration aber auch in den meisten anderen Geweben und Organen vor.
Einen Teil des täglichen Bedarfs an Levocarnitin produziert unser gesunder Körper selbst. Für eine gute Versorgung ist aber auch die Zufuhr von Levocarnitin mit der Nahrung von Bedeutung, insbesondere durch Fleisch. Der gesunde Mensch, der sich mit ausgewogener Mischkost ernährt, ist ausreichend mit Levocarnitin versorgt.
 
Welche Funktion übt Levocarnitin im Körper aus?
Levocarnitin übt im Zellstoffwechsel verschiedene wichtige Funktionen aus. Der Zellstoffwechsel benötigt Energie und hängt deshalb von der Verwertung von Fetten und Kohlenhydraten als Energieträger ab. Levocarnitin wird für Zulieferung von Fetten für die Fettverbrennung benötigt. Stetige Muskelleistungen, wie der uns das ganze Leben begleitende Herzschlag oder ausdauernde Bewegungsabläufe z.B. Gehen, Laufen oder Rudern werden dadurch erst möglich. Levocarnitin vermag auch Substanzen zu binden, die für die Zelle schädlich sind. So schützt es die feinen Strukturen von Herz und Muskel.
 
Was ist ein Levocarnitinmangel?
Es gibt zwei Arten von Levocarnitinmangel. Beim primären Carnitinmangel liegt ein Defekt direkt im Carnitinstoffwechsel vor. Beim sekundären Carnitinmangel stellt sich ein Carnitinmangel als Folge anderer Erkrankungen ein. Der primäre Carnitin Mangel tritt meist schon im Säuglings- und Kleinkindalter auf. Unbehandelt ist diese Erkrankung mit ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen verbunden.
Wesentlich häufiger tritt der sekundäre Carnitinmangel auf.
 
Welche Ursachen hat ein sekundärer Carnitnmangel?
Ein sekundärer Levocarnitin-Mangel kann in Folge von Krankheiten und deren Behandlung oder bestimmten Lebensgewohnheiten auftreten. Das ist immer dann der Fall, wenn der Verbrauch oder die Verluste an Levocarnitin grösser sind als die Zufuhr und dieser Zustand für längere Zeit anhält.

Ein erhöhtes Risiko hierfür besteht u.a. bei:
- Chronischen Erkrankungen
- Dialyse (Blutwäsche) bei chronischen Nierenerkrankungen
- Bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen des Fettsäure- und Aminosäurestoffwechsels
- Behandlungen mit bestimmten Medikamenten wie z.B. Valproinsäure
Was sind die Folgen eines Levocarnitin-Magels?
Wenn Herz und Muskulatur nicht ausreichend mit Levocarnitin versorgt sind, nehmen körperliche Leistung und Ausdauer ab, Schwäche und Ermüdbarkeit nehmen zu. Da nicht mehr ausreichend Levocarnitin vorliegt, um aus der Zelle schädliche Substanzen zu transportieren, werden längerfristig auch die Organe geschädigt.